Kaffee?

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Schon wieder Schokolade…

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„Da ich, durch eigene Erfahrungen bestätigt, nicht der größte Zuckerbäcker am Rhein bin, source ich diesen Bereich häufig an die Bäcker und Konditoren meines Vertrauens aus.“ (Patty)

Und trotzdem habe ich es wieder getan. Diesmal wurde es ein Schokokuchen. Ein saftiger, kompakter und schokoladiger Schokokuchen. Mit Kidneybohnen. Und Koffein (ca. ¼ g).

Schokokuchen
Autor: 
Rezepttyp: Kuchen
Zubereitungszeit: 
Kochzeit: 
Gesamtzeit: 
Ergibt: 1 Kuchen
 
Zutaten
  • 1 Cup Mehl (Type 550)
  • 1 Cup Rohrzucker
  • 4 Eiklar
  • 4 Eigelb
  • 170 g Butter
  • 50 g neutrales Speiseöl
  • 250 g Kidneybohnen
  • 100 g Zartbitterschokolade
  • 100 g Scho-Ka-Kola
  • 25 ml Espresso
  • 4 Teelöffel Kakaopulver
  • Mark einer Vanilleschote
  • Salz
Zubereitung
  1. Kidneybohnen mit Öl, Vanillemark und Eigelb im Blender zu einer homogenen Masse verarbeiten
  2. Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen, dann Espresso zufügen
  3. Kakaopulver, Zucker und Mehl in einer Rührschüssel vermengen
  4. Bohnen-Ei- und Schokoladen-Fett-Massen unter die trockenen Zutaten rühren.
  5. Eiklar mit einer Prise Salz zu Eischnee schlagen
  6. Eischnee unter den fertigen Teig heben
  7. Teig in einer Rundform (⌀ 240 mm) bei 170 °C ca. 40 bis 50 Minuten backen

 

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Perfekt

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Gestern Abend, Essen (Stadt) um halb elf. Perfekt. Perfekt ist ein hoher Anspruch. Aber sehen diese Köstlichkeiten auf dem Foto nicht auch perfekt aus? Und der Geschmack ist noch besser. Diesen und weiteren wunderbaren Süßkram bekommt man täglich bis 23 Uhr in der Konditorei Perfekt, Friedrich-Ebert-Straße 62 in Essen. Es wird gänzlich auf Gelatine und Alkohol in den Backwaren verzichtet.

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Käsekuchen-Nougatkrem-Schokotörtchen

Da ich, durch eigene Erfahrungen bestätigt, nicht der größte Zuckerbäcker am Rhein bin, source ich diesen Bereich häufig an die Bäcker und Konditoren meines Vertrauens aus. Manchmal packt es mich dann aber doch. So vor kurzem, als ich auf einer Party den letzen Black Bottom Cupcake ergattern konnte, der wunderbar geschmeckt hat. Vertrauensvoll habe ich mich an die Bäckerin der Cupcakes gewendet, die mir nur wenig später das Rezept zukommen ließ. Es stellte sich heraus, dass es aus der „LECKER Bakery“ stammt, die von vielen Seiten häufig positiv erwähnt wird. Am Rande möchte ich erwähnen, dass ich somit auch vom „LECKER Bakery“-Virus angesteckt wurde und mir umgehend die aktuelle Ausgabe 2 besorgt habe.

Kommen wir zum heutigen Rezept. Grundlage und Ideenursprung sind die oben angesprochenen Black Bottom Cupcakes. Allerdings war ich so wagemutig, zu sagen, dass mir Käsekuchen und nur einmal Schoko nicht genug sind. Daraus ist dann folgendes Rezept geworden. Mit vierfach Schoko, mit Käsekuchenfüllung, mit Nougat und mit einer Kirsche.


5.0 from 2 reviews
Käsekuchen-Nougatkrem-Schokotörtchen
Autor: 
Rezepttyp: Törtchen
Zubereitungszeit: 
Kochzeit: 
Gesamtzeit: 
Ergibt: 12 kleine Törtchen
 
Zutaten
Törtchen
  • 200 g Rohzucker
  • 200 g Mehl
  • 30 g Kakao
  • 30 g Kakaonibs
  • 80 ml geschmacksneutrales Öl
  • 1 Tl Essig
  • ½ Tl Backpulver
  • ½ Tl Natron
  • ¼ Tl Salz
  • 1 Eiklar
  • Wasser
Käsekuchenfüllung
  • 200 g Doppelrahmfrischkäse
  • 60 g Rohzucker
  • 12 Kirschen (z.B. aus dem Glas)
  • 1 Eigelb
  • 1 Vanilleschote
Nougatkrem
  • 250 g Nougatrohmasse
  • 200 g Sahne
  • 150 g Schokolade, ca. 55 % Kakaoanteil
zur Dekoration
  • ein wenig weiße Schokolade
Zubereitung
Vorbereitung am Vortag
  1. Sollten Kirschen aus dem Glas verwendet werden, die 12 Kirschen in einem Sieb zum abtropfen in den Kühlschrank stellen.
  2. Sahne in einem Topf aufkochen, Topf vom Herd nehmen, gehackte Schokolade und klein geschnittene Nougatrohmasse zufügen und schmelzen lassen. Sollte durch alleiniges Rühren mit dem Schneebesen keine homogene Flüssigkeit entstehen, kurz mit dem Pürierstab homogenisieren.
  3. Die nun homogene Flüssigkeit abkühlen lassen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag
  1. Zuerst 200 g Frischkäse, 60 g Zucker, Eigelb und das Ausgekratzte aus der Vanilleschote zu einer glatten Creme rühren.
  2. Ein 12er-Muffinblech mit 12 Papierförmchen bestücken.
  3. Dann 200 g Mehl, 200 g Zucker, 30 g Kakao, 30 g Kakaonibs, ½ Tl Backpulver, ½ Tl Natron und ¼ Tl Salz miteinander vermengen.
  4. Eiklar in einen Messbecher geben und mit Wasser auf 250 ml auffüllen. Dann 80 ml Öl und 1 Tl Essig zufügen.
  5. Die Zutaten aus Schritt 3 und 4 miteinander vermischen.
  6. Die Schokotörtchenmasse auf die 12 Förmchen aufteilen. Dann jeweils 1 Kirsche in die Mitte der Törtchen setzen, dann die gleichmäßig aufgeteilte Käsekuchenmasse mittig über die Kirschen auf die Törtchen setzen.
  7. Bei 150 °C - 160 °C mit Umluft die Törtchen ca. 25 Minuten backen.
  8. Anschließend die Törtchen zum abkühlen aus dem Ofen holen, nach einer Stunde auch die Nougatmasse vom Vortag aus dem Kühlschrank holen. Nach einer weiteren Stunde die Nougatmasse mit einem elektrischen Handrührer aufschlagen und mit Hilfe eines Spritzbeutels auf die Törtchen füllen
  9. Zum Schluss weiße Schokolade über die Törtchen raspeln und bis zum Verzehr gut kühlen.
Notizen
Niemand sollte die ausgekratzte Vanilleschote wegwerfen, das wäre pure Verschwendung. Diese kann zum Beispiel in Zucker, Salz oder Alkohol gegeben werden, um diese zu aromatisieren.

 

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Anderswo gelesen #2

Und die besten Bars haben sie gar nicht besucht. Das Ellingtons, Bar Alexandra und die Bar Fifty Nine fehlen leider komplett bei diesem Düsseldorfbesuch. Trotzdem ein netter Artikel, wonach sich im Mojitos einiges zum Positiven gewendet haben muss.
Keine tote Hose. Düsseldorf bei Nacht.

Da sollte für jeden noch was bei sein, was er noch nicht wusste. Zwar nicht ganz so „amazing“ wie erwartet, aber selbst ich konnte noch etwas daraus mitnehmen. Und soweit ich es sehe, steht da auch kein grober Unfug. Vielleicht die ein oder andere kontrovers zu diskutierende Empfehlung.
60 Amazing Tips for Food and the Kitchen Your Mother May Have Forgotten to Tell You

Fassbrause: Berliner Limonade, die in der NRW-Version ganz anders ist und seit 2010 hoch hinaus will. Angefangen hat Gaffel, nachgezogen haben 2011 die kleineren, 2012 die großen Brauereien und Brauereikonzerne. Der Großteil hat im Logodesign eine kaum zu übersehende Nähe zum Produkt von Gaffel. Trotzdem schmeckt Gaffel immer noch am zweitbesten. Nicht als Limonadenalternative oder Bierersatz, sondern als eigenständiges Getränk. Am besten schmeckt allerdings ein Produkt aus unserer Altstadt. Uerige Fassbrause. Mit Holunder.
Fassbrause: Die Renaissance eines längst vergessenen Getränks

Die investigativen Forscher von foodwatch haben mal wieder was herausgefunden: In die leckeren Frühstückscerealien aus den lustigen bunten Verpackungen haben die Lausbuben der Lebensmittelindustrie ganz viel Zucker gepackt. Teilweise fast 50 %. Na, hätte mir das mal jemand früher gesagt. Was mich aber letztens wirklich erstaunt hat, dass „Alnatura Weizen, gepufft“ einen 35 %igen Honiganteil innehat, was immerhin einen 23 %igen Zuckeranteil bewirkt. Immerhin zitiert Alnatura auf seiner Website wahrheitsgemäß, was Ökotest am Produkt kritisiert, nämlich „den ihrer Meinung nach zu hohe Zuckergehalt in den Cerealien“. Hier wäre mir eine Kennzeichnung durch zumindest bunte Farbe, wie es die anderen Hersteller auch machen, lieb gewesen. Oder der (ausreichend große) Schriftzug: „Mit Honig“.
Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich

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Spinat-Feta-Rösti

Durch irgend ein Discounter-Prospekt inspiriert, in dem für ein Convenience-Rösti-Sandwich geworben wurde, bekam ich das Verlangen, eine gefüllte Rösti herzustellen, um sie schlussendlich zu verzehren.

Was eignet sich nun als Füllung? Im Zweifel greift man einfach auf bewährte Kombinationen zurück, die man leicht zubereiten kann. Der Wahl Ergebnis war nun nicht eine Tomate-Mozzarella-Füllung. Vielleicht hätte auch eine Hokkaidomus-Kräuterseitling-Füllung zum kalendarisch nahenden Herbst gepasst, aber ich habe mich für eine Spinat-Feta-Füllung entschieden.


Spinat-Feta-Rösti
Autor: 
Rezepttyp: Hauptgericht
Zubereitungszeit: 
Kochzeit: 
Gesamtzeit: 
Ergibt: ein Hauptgericht für 2 Personen oder eine Beilage für 4 Personen
 
Zutaten
  • 1,5 kg festkochende Kartoffeln
  • 200 g TK-Spinat
  • 200 g Feta
  • 8 Knoblauchzehen
  • 1 Zwiebel
  • Muskatnuss
  • Pfeffer
  • Salz
  • Öl zum Braten
Zubereitung
  1. TK-Spinat in einen Topf geben und bei geringer Wärmezufuhr auftauen lassen. Das entstehende Wasser zeitlich so passend verdampfen lassen, dass es vollständig verdampft ist, wenn der Röstibratvorgang beginnt.
  2. Zwiebel würfeln, in etwas Öl anbraten.
  3. Währenddessen Knoblauch würfeln, zum Spinat geben.
  4. Kartoffeln schälen und raspeln, über/in einem Sieb ausdrücken und den Saft auffangen.
  5. Die Stärke im Kartoffelsaft kurz sedimentieren lassen, die restliche Flüssigkeit abschütten und die Stärke wieder den geraspelten Kartoffeln zufügen.
  6. Zwiebeln zum Spinat geben. Jetzt mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen. Dann zerbröselten Feta zufügen.
  7. Kartoffeln ebenfalls mit genügend Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Öl in einer Pfanne warm werden lassen.
  8. Die Hälfte des Kartoffelteiges flach in die Pfanne drücken, eine kleine Mulde in die Mitte drücken, die Spinat-Feta-Mischung einfüllen, mit dem restlichen Kartoffelteig verschließen.
  9. Jetzt bei mittlerer Wärmezufuhr anbraten, dann nach ca. 10 Minuten per Tellerzwischenstation (Fett aus der Pfanne etwas abschütten, Teller auf Pfanne, Pfanne und Teller umdrehen, Pfanne abheben, anderen Teller auf Rösti, beide Teller wenden, oberen Teller abheben, Rösti mit Öl einpinseln, Pfanne auf Teller mit Rösti, Pfanne und Teller wenden) wenden, wieder ca. 10 Minuten braten. Den Wendevorgang noch 2 Mal wiederholen. Dann sollte nach insgesamt 45 Minuten die Rösti gar sein.

 

Fakten zum Klugscheißen: Mit Muskat ist übrigens frisch geriebene oder gemahlene Muskatnuss gemeint. Weder Muskatpulver, welches eigentlich überwiegend Muskatnuss-Gewürzzubereitung heißt, weil hier nur ein Trägerstoff (häufig Weizenkleie) mit Muskatnussextrakten aromatisiert wird, noch Macis, die fälschlicherweise auch als Muskatblüte bezeichnet wird, eigentlich aber der Samenmantel um die eigentliche Muskatnuss ist und auch ein beliebtes Gewürz, führen hier zum intendierten Ziel.

Ohne Panik verbreiten zu wollen, sind Muskatnüsse häufig mit Schimmelpilzen besiedelt, die gelegentlich Aflatoxine bilden, die teilweise stark karzinogen wirken. Es gibt verschiedene Methoden, dem Problem zu begegnen. Einige Importeure, wie z.B. Sonnentor, bieten nur noch Muskatbruch an, um befallene Nüsse unter UV-Licht identifizieren zu können und sie dann zu entsorgen. Bei Sonnentor rechnet man wohl mit teilweise 80 % Ausschuss.

Muskatnuss kann übrigens auch als psychoaktives Rauschmittel verwendet werden. Wer allerdings nur mal eine Messerspitze pure Muskatnuss probiert hat, wird leicht nachvollziehen können, dass sich Muskatnuss bei einer benötigten Dosis von 5 bis 10 g nie wirklich als Mainstreamdroge durchsetzen konnte.

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Patty auf Reisen #1

Ein Sommerbesuch in der nördlichen Metropole in Hessen.

Kurz nach zwölf Uhr mittags sollte uns die S-Bahn innerhalb von 10 Minuten zum Düsseldorfer Hauptbahnhof bringen, von wo unsere vierstündige Reise nach Kassel zur documenta(13) fortgesetzt werden sollte und über die damit verbundene Nahrungsaufnahme ich hier berichten möchte. Leider fuhr die S-Bahn auf einem Gleis an uns vorbei, welches nicht mit einem Bahnsteig ausgerüstet ist. So wurde mir und meiner mitreisenden Begleitung schlagartig klar, dass die Reise nun nicht mehr 4 Stunden, sondern aufgrund der regelmäßig verkehrenden Bahnen 6 Stunden dauern würde.

Daher gestaltete sich der erste Zwischenstopp zwar eher zwangsmäßig aber auch nicht weniger lecker, denn auf unserem Weg zum Düsseldorfer Hauptbahnhof kehrten wir in die mit bester Innenstadtlage gesegneten Rösterei „Röstzeit“ ein und ließen uns mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. Erfreulich, dass Kaffee und Milchschaum hier an Qualität wieder deutlich zugelegt haben, der Kuchen ist auf gewohnt leckerem Niveau. Außerdem konnte ich auf dem Tresen einen Siphonkaffeebereiter und ein Coldbrew-Gestell erspähen, demnächst wird beides definitiv ausprobiert. Alltime-Tipp für den Freund kräftigeren Kaffees bleiben hier der Malawi als Kaffeeröstung und die Altstadtröstung für den Espresso.

Der Rest der eigentlichen Reise verlief eher unspektakulär: Düsseldorf – Paderborn – Warburg – Kassel, ohne weitere Zwischenfälle. Dann war es auch schon 18 Uhr und wir erreichten im schönsten Sonnenlicht die hessische Metropole. Glücklicherweise gab es eine Ausstellung, die zeitgleich zur documenta(13) stattfindet, direkt am Kasseler (Kultur-)Bahnhof, die Caricatura VI. Nach Besuch ebendieser, die definitiv zu empfehlen ist, verschlug es uns in die benachbarte Caricatura- Bar. Diese beeindruckte zuerst durch das Angebot an (den wunderbaren) Thomas-Henry-Limonaden, dann durch Service, Preise und das Longdrinkangebot. Moscow Mule der durch Gin statt Wodka gewinnt aber leider im Tumbler statt in der Kupfertasse serviert wird. Gin Tonic mit relativ großer Auswahl an Gin, dafür puristisch mit nur diesen beiden Zutaten serviert.

Nach dem ersten Welcome-Drink machten wir uns dann mit einem Umweg in Richtung Uni Kassel auf zu unseren Freunden, bei denen wir übernachteten. Umweg Uni deshalb, weil Google das „Bashi Delight“ als vegetarisch-veganes indisches Restaurant vorstellte. Diese Lokalität heißt zwar seit kurzem „Trimurti„, deshalb trafen wir auch erst beim zweiten Anlauf, drinnen wurden wir aber direkt freundlich an der Theke begrüßt und bestellten im Self-Service-Stil unser Essen. Thali und Namaste-Bier für mich, Pakoras mit Fruchtsauce und Limonade für meine Mitesserin. Thali ist quasi eine Platte mit verschiedenen, wechselnden Speisen. An diesem Tag waren es Reis, Palak Paneer, ein Hülsenfrüchtegericht, Brot und Koriander- und Pistaziensauce. Und nach dem Essen noch einen Chai aus der Thermoskanne. So gut und günstig kann Imbiss-Indisch sein.

Ein netter weiterer Abend und eine kurzer Nacht nahmen ihren Lauf. Zum Start in den Tag gab es Käsetoast (mit dem Toast des Testsiegers Harry aus der aktuellen „test“ mit dem Toast-Test) und Prüttkaffee. Energiespendend, schnell und einfach. So muss Frühstück sein, vor allen Dingen, wenn man noch einen langen Ausstellungsweg vor sich hat.

Die vielen Kalorien, die wir während der Märsche quer durch Kassel verbrannt hatten, mussten wieder aufgefüllt werden. Leider sahen weder Kaffee noch Kuchen an den diversen Ausstellungsorten ansprechend aus. Dafür fanden wir am Friedrichsplatz in Kassel ein von außen ansprechendes Café mit, so die Karte, jahrzehntelanger Konditortradition, welches auf den Namen „Nenninger“ hört. Leider war der Espresso nicht mehr als braunes Wasser, mit dem Milchschaum hätte man sicher gut Türen ausschäumen können. Durch besonderen Service muss man sich an einem zentralen Platz während der documenta(13) wohl auch nicht hervorheben, da man doch eher von durchreisendem Laufpublikum profitieren wird. Nichtsdestotrotz entsprach der Kuchen einer durchaus handwerklich guten Qualität, das konnte aber leider auch nicht mehr viel herausreißen. Also etwas geärgert, dann aber schnell weiter durch diverse Ausstellungen, unter anderem einer Sammlung von verschiedenstem Mangold-Saatgut, mehr davon aber später.

Am frühen Abend erreichten wir dann das am Stadtrand gelegene Abessina, ein eritreisches Restaurant. Man muss nämlich nicht nach Frankfurt oder Eritrea reisen, um eritreisch speisen zu können, Kassel reicht auch. Weil es gerade öffnete, als wir eintraten, war es dementsprechend leer. Dafür wurden wir aber sofort vom Inhaber und der Kellnerin freundlich begrüßt und an einen Tisch geführt. Neben Fleisch- und Fischküche wird hier auch ein reichhaltiges vegetarisches und veganes Angebot feilgeboten. Leider war aufgrund unseres frühen Besuches genau das Gericht, welches ich mir aussuchte noch nicht vorbereitet, so dass ich mich anderweitig entscheiden musste. Schlussendlich wählte ich Bamya, einen Okraschoteneintopf und meine bezaubernde Begleitung Schiro, ein Kichererbsenpüree.

Nach gar nicht all zu langer Wartezeit wurde das Essen auch schon serviert, mit Kurkuma gefärbter Couscous und Reis, je Person ein Teller mit saurem Ingera-Brot und etwas Salat. Dann unsere Hauptgerichte, dazu noch Hamli, genial gewürzter Grünkohl, als Bitte um Entschuldigung, dass mein zuerst gewähltes Gericht nicht verfügbar war. Sehr würziges und äußerst schmackhaftes Essen, was uns hier serviert wurde. Und zum Abschied gab es noch einen Schnaps und einen Espresso oder Tee aufs Haus. Und der Espresso in diesem eritreischen Restaurant entschädigte eindeutig für das braune Wasser, was es im Laufe des Tages in einem Kaffeehaus serviert wurde.

Auf dem Rückweg stoppten wir noch kurz im Kasseler Kaufhof, um eine Skulptur im Kellergeschoss zu begutachten, schlichen dabei vorbei an der Feinkostabteilung mit ganz interessanten Angeboten im Monat August.

Im Verlauf des Abends verschlug es uns dann noch in den Weinberg-Krug, einer Kasseler Szenekneipe mit günstigen Getränken und netten Leuten.

Früh ging es los am nächsten Tag. Das Frühstück bestand wieder aus Kaffee und Käsetoast. Kraft getankt, los gelaufen. Termin gemacht im Sanatorium zur Paartherapie. Diese fand dann eine Stunde später statt und lief folgendermaßen ab: Erst suchte sich jeder selbst eines der ausliegenden Obst- und Gemüsestücke aus, mit dem man sich am ehesten identifizieren kann. Dann wählt jeweils  der Partner eine Ingredienz aus, mit der er sein Gegenüber in Verbindung bringt und erklärt seine Beweggründe. Bei uns kamen so eine Limette, eine Galliamelone, je ein Stück grüne, gelbe und rote Paprika und eine Aubergine zusammen. Diese Wahl möchte ich jetzt einfach unkommentiert und nicht zugeordnet stehen lassen. Im Weiteren wird das ganze auf jeden Fall mit etwas Wasser zu einem Mus püriert. Und ich kann euch sagen, geschmacklich passen wir erstaunlich gut zusammen, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen würde. Da werde ich definitiv dran bleiben und einen richtigen Saft entwickeln.

Auf dem weiteren Weg begegnete uns noch das Werk „Swiss Chard Ferry“ von Christian Phillip Müller, an dem die Mangoldsamen vom Vortag nicht ganz unschuldig waren.

Kaum hatten wir uns am Mangold sattgesehen, war es auch schon Mittag und der Magen knurrte. Von den Mangoldbooten zur Pizzeria San Marino war es nur ein Katzensprung, hier ließen wir uns nieder. Hier nahm der unterkühlt wirkende Kellner unsere Bestellung fast ohne jede Regung auf, servierte dann aber recht zügig zwei riesige Pizzen. Einmal ganz klassisch, Margherita, einmal mit viel frischem Gemüse, das sogar richtig knackig war. Fazit: Service nicht, Pizza dafür um so mehr gut.

Nach der Pizzaorgie besuchten wir noch die diversen Ausstellungsräume am Kasseler Bahnhof, der Vollautomatenespresso an der Nordflügel-documenta-Bar war nicht der Rede wert, eine Abschiedslimonade in der Caricatura-Bar war zeitlich aber noch drin. Danach ging es aber schon auf die (jetzt glücklicherweise nur vierstündige) Heimreise.

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Pattys Käsetunke

Käsetunke mit mehr als 10% Käse? Gibts nicht. Zumindest nicht fertig zu kaufen. So zumindest mein Eindruck nach einem Supermarktbesuch. Was nun? Cheddar aus der Kühltheke eingepackt, ab nach Hause und die Kochbücher durchwühlt. Wie kriege ich das Zeug cremig-weich, auch wenn es ein wenig abkühlt?

Fündig geworden bin ich letztlich in Myhrvolds „Modernist Cuisine„, das ich momentan ausgeliehen habe. Hier wird erklärt, wie man mit Hilfe von Schmelzsalzen eine stabile Käseemulsion herstellt. 1 Teil Käse, je nach Wassergehalt des Käses 1/2 – 1 1/2 Teile Wasser und etwas Natriumcitrat, daraus will ich also meine Käsetunke machen.

Samstag Abend, halb 10, kein Natriumcitrat da. Aber Backsoda und Zitronensäure. Also schnell stöchiometrisch vorgelegt, in Wasser reagieren lassen (Vorsicht!) und gelöstes Natriumcitrat erhalten. Das ganze mit Milch aufkochen lassen und unter ständigem Rühren den Käse zugeben und schmelzen lassen. Würzen. Nachos reintunken. Essen. Fertig.

Und folgend noch mal das Rezept mit kompletten Maßangaben. Das Brot, welches oben Modell gestanden hat, war übrigens dieses rheinische Schwarzbrot.

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Pattys Käsetunke
Autor: 
Rezepttyp: Sauce
Zubereitungszeit: 
Kochzeit: 
Gesamtzeit: 
Ergibt: ca. 360 g
 
Ein schnelles Rezept für eine Käsetunke mit Käseanteil > 40 %.
Zutaten
  • 180 g Cheddar, gerieben
  • 100 g Milch
  • 80 g Wasser
  • 10 g Natriumhydrogencarbonat
  • 8 g Zitronensäure
  • Pfeffer
  • Muskatnuss
  • Pimenton de la vera picante
Zubereitung
  1. Zuerst Backsoda und Zitronensäure abwiegen und im trockenen Zustand im Kochtopf miteinander vermengen, dann langsam das Wasser zugeben und die Wärmezufuhr beginnen.
  2. Nachdem beide Stoffe miteinander reagiert sind, die Milch hinzugeben und das Gemisch aufkochen, ohne dass es anbrennt.
  3. Den geriebenen Cheddar zugeben und unter Rühren schmelzen lassen. Kurz aufkochen lassen.
  4. Mit Pfeffer, Muskatnuss und Piementon de la vera picante würzen und verwenden.
Notizen
Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich die Tunke einige Tage. Die zuzufügende Flüssigkeitsmenge hängt extrem vom verwendeten Käse ab, für dieses Rezept habe ich abgepackten Cheddarkäse von Kerrygold verwendet, bei einem anderen Cheddar kann die Wassermenge schon ganz anders aussehen. Also lieber noch etwas Käse vorhalten. Wer Probleme hat, Natriumhydrogencarbonat zu finden, sollte im Super- oder Drogeriemarkt nach Backsoda oder nach den Handelsnamen "Kaiser Natron" oder "Doktor Oetker Natron" fragen. Vom gleichen promovierten Bielefelder gibt es auch abgepackte Zitronensäure. Im Zweifel hilft auch die Apotheke des Vertrauens.

 

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Orecchiette al forno con pomodoro e mozzarella di bufala

Eigentlich ist es ja töricht von mir, mein aktuelles Lieblings-viele-Leute-Essen vor der anstehenden Einweihungsparty zu veröffentlichen. Ich tollkühner Kerl mache es natürlich trotzdem, damit bei euch etwas Schmackhaftes auf den Tisch kommt.

Die Zutaten scheinen schon fast perfekt: Orecchiette, meine absoluten Lieblingskurzpasta, Büffelmozzarella, sonnige Tomaten, leckeres Olivenöl und guter Pecorino. Das ganze garniert mit einer goldgelben Kruste.Und es wird noch besser. Das Gericht ist absolut massentauglich. Egal ob Samstags Mittags mit der ganzen Familie im Garten frisch aus dem Ofen, lauwarm bei einer Party oder kalt am nächsten Morgen beim Aufräumen. Außerdem bereitet es keine großen Probleme, das Gericht (auch in größeren Mengen) vorzubereiten und dann bei Bedarf aus dem Kühlschrank zu holen und in den Ofen zu stellen.

Und da wir ja alle klüger werden wollen, hier nochmal ein Link, warum Büffelmozzarella teurer, aber auch besser als Kuhmilchmozzarella ist.

5.0 from 1 reviews
Orecchiette al forno con pomodoro e mozzarella di bufala
Autor: 
Rezepttyp: Hauptgericht
Ergibt: 2 bis 3 Portionen
 
Zutaten
  • 250 g Orecchiette
  • 250 g Mozzarella di bufala
  • 150 g Pecorino
  • 2 400 g-Dosen gestückelte Tomaten oder 800 g vollreife, sehr aromatische und schon geschnittene Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • Knoblauch
  • Basilikum
  • Salz
  • Pfeffer
  • getrocknete Chili
  • Zucker
  • Olivenöl
  • Zucker
Zubereitung
  1. Zwiebeln stückeln und bei geringer Wärmezufuhr ca. 10 Minuten glasig dünsten, später den gewürfelten Knoblauch zugeben.
  2. Einen Löffel Zucker über die Zwiebeln und den Knoblauch geben, ganz leicht karamellisieren lassen.
  3. Dann die Tomaten und den zerstoßenen Chili zugeben, Wärmezufuhr erhöhen, salzen und zu einer dicken Paste einköcheln lassen. Bei frischen Tomaten muss hier zwischendurch natürlich noch passiert werden.
  4. In der Zwischenzeit die Orecchiette in Salzwasser garen, so dass sie noch nicht "al dente" sind.
  5. Während die Pfanne mit der Tomatensauce und die Pasta köcheln, kann man den Büffelmozzarella abtropfen lassen und schneiden und den Pecorino reiben.
  6. Nachdem die Tomatensauce eingedickt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt ist und das Pastawasser abgegossen, vermengt man Pasta und Sauce.
  7. Jetzt wird in einer feuerfesten Form geschichtet: Pasta, Hartkäse, Mozzarella. Je nach Formgröße sollte man mit dieser Menge ungefähr zwei bis drei Schichten errichten können.
  8. Die Form kommt nun bei circa 180 °C in den Ofen bis der Käse braun ist.
  9. Abschließend wird das ganze mit etwas Olivenöl und Basilikum garniert und serviert.
Notizen
Kann heiß, lau warm und kalt gegessen werden.

 

 

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Anderswo gelesen #1

Wer sich in Sachen Wein genau so schwer tut, wie ich, für den ist das hier vielleicht was.
Second Cheapest Wine

Das klingt so abgefahren, dass ich es mal ausprobieren muss. Aber für manche Leute ist ja auch Rosinenstuten mit Gouda und Rübenkraut was komisches.
Ever Tried Peanuts in Coke?

Da will Paschmann wohl Zurheide angreifen. Mir soll es recht sein. Vor allen Dingen, wenn der Markt quasi vor meiner Nase ist. Wir sind gespannt, was der November bringt, denn all zu viel Konkretes kann man auf der Website nicht erfahren.
Essthetik Düsseldorf

Gut, dass sich schon jemand anderes damit beschäftigt hat. Diesen Test zu überprüfen, lasse ich mir aber nicht nehmen.
the best pizza in town

Egal, wie man dazu steht, was Bode und Freunde sonst so veranstalten, so eine Kennzeichnung ist lange überfällig. Der einzige Weg zum mündigen Verbraucher ist Information. Und da ist häufig genug noch nicht einmal der erste Schritt getan.
Versteckte Tiere kennzeichnen!

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